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Freitag, 21. Dezember 2012

Alles für die Katz

Der Künstler Manuel macht sich dran, für seine Geliebte ein Dinner vorzubereiten. Am heutigen Abend hat er nämlich vor, ihr zu beichten, dass er mehr will als nur eine sexuelle Beziehung. Doch vergeblich und voller Sehnsucht wartet Manuel - Susanne will einfach nicht erscheinen. Als der Künstler jedoch noch eine Zutat für das Essen aus der Gefriertruhe, welche sich auf dem Dachboden des Hauses befindet, holt, stellt er fest, dass seine Affäre längst da ist.

Leseprobe:

„Ich wusste doch, dass ich etwas vergessen hatte“ fluche ich, während ich die Zutaten zurechtlege und meine auf dem Stuhl sitzende Perserkatze wie erschrocken zu mir rüber sieht. Die beiden Rotbarsche liegen auf dem auseinandergefalteten Pergamentpapier. Auch die Tomaten, Zwiebeln und Champignons sowie die Aubergine sind auf der großen Arbeitsplatte verteilt. Doch die Scampis fehlen. Zwar sollten sie nicht das Hauptgericht werden, dennoch hätte ich sie gern als interessante Beilage dabei gehabt. Kurz überlege ich. Dann ist mir klar, dass ich tatsächlich noch welche der kleinen Krebstiere habe. Oben im ausgebauten Dachgeschoss; in der Tiefkühltruhe. Nur leider sind es keine frischen, sondern solche aus dem Supermarkt.
 Mir persönlich reicht es, die Scampis aus der Tüte zu verwenden, doch gerade heute will ich ein ganz besonderes Menü zaubern. Dies hat nämlich einen ganz bestimmten Grund. In einer knappen Stunde würde sie an meiner Haustür klingeln, um anschließend mit mir zu dinnieren.
 Die Rede ist von Susanne, meiner Geliebten. Eigentlich hasse ich diesen Begriff. Dies hängt damit zusammen, dass ich sie gern als ständige Partnerin hätte. Aus diesem Grunde beschloss ich auch, das heutige Fischgericht zuzubereiten.
 Eindeutig klar ist auch, dass wir uns darauf geeinigt hatten, nur eine sexuelle Beziehung zu führen. Doch nun will ich mehr - ich hab mich in sie verliebt. Weshalb ich dieses Empfinden habe, weiß ich gar nicht so recht, denn sie ist von Natur aus sehr schweigsam. Vielleicht ist auch genau dies der Grund dafür, Susanne ständig bei mir haben zu wollen. Ihre geheimnisvolle Art treibt mich regelrecht dazu, mehr über sie zu erfahren. Nur habe ich keine Ahnung, wie ich es ihr gestehen soll. Nicht einmal wie sie darauf reagieren wird, wage ich mir auszumalen. Krampfhaft lege ich mir gedanklich Worte zurecht, aber momentan bin ich zu unkonzentriert - ich warte wohl besser die Situation ab. Doch ich muss es ihr heute sagen, es ist der beste Zeitpunkt dafür. Und bevor sie sich eventuell für jemand anderen entscheidet, drängt meine Angst dahingehend, mich ihr in diesem Punkt zu offenbaren. Ich habe wirklich Angst, dass Susanne mich verlassen könnte.

Kurzgeschichte "Alles für die Katz"

Die Kurzgeschichte "Alles für die Katz" ist Bestandteil der 240 Seiten starken Anthologie COLDCUT, in der sich zudem eine weitere Kurzgeschichte, der Roman "Border - Niemand entkommt dem Spiel" sowie zwei Novellen befinden.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Von der Vergangenheit eingeholt

Viele Menschen haben schwierige Erlebnisse zu verarbeiten. Und kaum hat man das Gefühl, alles läuft wieder in geregelten Bahnen, da holt einem die Vergangenheit ein. Genauso ergeht es auch Kristina und ihrer Mutter Doris. Vor Kurzem bezogen beide eine neue Wohnung, um den vergangenen Schicksalsschlägen zu entkommen, doch dann steht plötzlich der gewalttätige Ex-Lebensgefährte von Doris vor der Tür und will sich Zugang zur Wohnung verschaffen. Mutter und Tochter geraten in Angst und Panik, bis die Tragödie nicht mehr zu vermeiden ist.

Leseprobe:

Jetzt aber ist Doris schon wieder derart in Panik, dass sie Kristina zusammenstaucht. Traurig und enttäuscht schaut sie ihre Mutter an – so wie ein Hund, der nicht weiß, weshalb er Prügel bekam. Doch Doris reagiert nicht auf das stille Flehen ihres Kindes, da sie mit ihrem eigenen Stress absolut überfordert ist.
 Ein weiteres Mal zieht die Asthmatikerin an ihrem Spray, bevor sie sich deprimiert in die Küche zurückzieht.
 „Ach nun komm schon“, redet der Draußenstehende auf die 35-Jährige ein, „ich will dir doch nur zeigen, dass ich mich gebessert habe. Im Knast habe ich gelernt, was mir wirklich wichtig ist.“ Einen Augenblick ist Stille, bevor er fortfährt: „Ich trinke auch nicht mehr, und ich hab mich unter Kontrolle ... ehrlich.“
 „Wenn du das alles weißt, und du dich angeblich gebessert hast, dann beweise es mir, indem du verschwindest. Wir wollen nichts mehr mit dir zu tun haben“, gibt Doris mit zitternder Stimme von sich.
 Der hinter der Tür Stehende lässt nicht locker. „Aber ich liebe dich doch noch immer. Und Kristina auch. Ich will doch einfach nur sehen, wie es euch geht.“
 „Hier gibt es für dich nichts zu sehen, das Kapitel mit dir ist abgeschlossen. Und wir haben keine Lust, auch nur im Entferntesten etwas mit dir zu tun haben zu wollen.“ Sie bewegt ihre Augen lauschend und geht vorsichtig auf die Tür zu, um zu schauen, ob der 41-Jährige noch immer im Hausflur steht. „Und wenn du nicht sofort verschwindest, rufe ich die Polizei.“
 Diese Aussage scheint dem Ruhestörer zum Nachdenken zu zwingen. Doch dieser Schein trügt. Wieder klopft Robert an die Tür; ganz sanft. Freundlich bittet er um Einlass. Doris aber weiß, dass diese seichte Art nur gespielt ist, denn sie kennt den Mann draußen vor der Tür haargenau. „Ich habe dir gesagt, dass du verschwinden sollst“, bittet sie etwas gelassener. „Ich lass dich nicht rein. Weshalb, das weißt du genau.“
 Dann bullert Robert vor Wut heftig gegen die Tür, woraufhin sie vibriert. Kurz ist Stille - eine unheimliche Stille, die Doris Angst macht. Es scheint ihr, als wäre diese bedrückende Ruhe ein schlechtes Omen; als wäre die unangenehme Stille böses Gedankengut Roberts. Und sie weiß, dass er sich überlegt, wie er es doch noch schaffen könnte in die Wohnung zu kommen. Irgendetwas plant er jedenfalls, und das kann nichts Gutes bedeuten.

Die Novelle "Panik"

Wie die bereits vorgestellte Novelle "Der Unfall" ist auch "Panik" Bestandteil der Anthologie Coldcut, welche mit insgesamt 240 Seiten als Softcover erhältlich ist.

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Schauderhafte Begegnung

Motorradunfälle passieren nahezu täglich - und auch Daniel wird dieser Gefahr ausgesetzt. Schlimm genug, dass er sich nach einem kurzen Blackout auch noch selbst einen Ast aus dem Bein ziehen muss, doch niemand ist in der Nähe, ihm helfen zu können. Zwar macht er sich unter Qualen auf, Hilfe zu suchen, jedoch ist das der Beginn einer noch viel größeren Gefahr. 

Alles was Daniel noch weiß ist, dass er Scheinwerferlicht eines Autos sah, bevor er erneut ohnmächtig wird und im Anschluss in einem altmodisch ausgestatteten Zimmer erwacht und feststellt, dass die Wunde seines verletzten Beines genäht wurde. Und das Kennenlernen der älteren Dame, die ihn im Straßengraben fand, entpuppt sich allmählich zu einer schauderhaften Begegnung.

Leseprobe:


M. Fernholz - Anthologie "Coldcut"
Ich ringe nach Luft. Hitze staut sich in meinem Schädel. Panik. Ich bilde mir ein, jemand würde meine Luftröhre zusammendrücken. Ich weiß nicht, was gerade passiert. Es riecht nach nasser Erde, nach Holz. Nur verschwommen nehme ich meine Umgebung wahr; aber ich erkenne natürliches Grün. Ich versuche, mich zu orientieren. Den Kopf bewege ich panisch in alle Richtungen. Wie in einem Traum ist mein Empfinden. Nichts erscheint mir real; nur die Qual der mangelnden Atemluft zeigt mir, dass ich lebe. Hastig ertaste ich meinen Hals. Etwas drückt auf die Halsschlagader. Die Hitze in meinem Kopf steigt stetig, der Pulsschlag dröhnt bedrohlich. Meine Hände gleiten tastend höher. Nasser glatter Kunststoff. Ich lasse die Hände nach vorn rutschen, sodass ich sie vor meinen Augen sehen kann. Sie liegen auf dem Visier. Nun begreife ich. Erneut taste ich panisch am Hals. Lange werde ich nicht mehr durchhalten, mir wird schon jetzt wieder schwindlig. Das Gefühl mich übergeben zu müssen setzt ein. Die Bäume und Sträucher um mich herum verblassen. Doch dann kann ich den Kinngurt öffnen, und mit einem tiefen Luftzug reiße ich den Helm von meinem Kopf. Ich japse. Muss mich übergeben, was mich wiederum ermattet, da ich in diesem Moment nicht ausreichende Sauerstoffzufuhr bekomme. Das Herz rattert. Meine Sehorgane scheinen aus den Höhlen gequetscht zu werden, während ich würge und erneut Magensäure und Undefinierbares ausspeie. Ich spüre, wie stark mein Brustkorb sich hebt und senkt, als ich kurz darauf angestrengt atme. Allmählich aber werde ich mir selbst bewusster - die Luft in meinen Lungen transportiert wieder ausreichend Sauerstoff in mein Gehirn. Auch wenn mein Kopf noch immer dröhnt, wage ich zu beurteilen, dass ich einen Unfall mit meinem Motorrad hatte. Nur weiß ich nicht, wie lange es her ist, noch, wo mein Krad ist, und wohin ich eigentlich unterwegs war. Ich sehe mich um. Außer den Bäumen, die ihre schon teilweise braunen Blätter verlieren, und dem feuchten Unterholz ist nichts zu erkennen. Plötzlich überkommt mich das Gefühl von Kälte. Obwohl ich unter den Achselhöhlen nass bin, friere ich zitternd. Während ich dieses Vibrieren meines Körpers beobachte, gleitet mein Blick abwärts zu den Beinen. Schluckend reiße ich die Augen auf, als ich zu meinem rechten Bein sehe. Erneut ein Anfall von Angst und Panik - ein erschreckend großer Ast steckt schräg in meinem Oberschenkel.
 
Die Novelle "Der Unfall"

Der Autor M. Fernholz veröffentlichte die Novelle "Der Unfall" in seiner Anthologie "Coldcut". Dieses Buch enthält zudem weitere Novellen und Kurzgeschichten; außerdem den bereits vorgestellten Roman "Border - Niemand entkommt dem Spiel".

Dienstag, 23. Oktober 2012

Actiongeladener Horrorthriller

Sind Sie abenteuerlustig? Wenn ja, dann kann das sehr gefährlich, ja sogar tödlich sein. Den sieben Protagonisten des actiongeladenen Horrorthrillers "Border - Niemand entkommt dem Spiel" von M. Fernholz jedenfalls stellen schnell fest, dass sich ihre Abenteuerlust als gefährliches Unterfangen entpuppt - trotzdem kommt die Erkenntnis zu spät.

Nun ja, die Kombination aus Euphorie sowie die Aussicht auf finanziellen Zufluss veranlasst die sieben Personen letztendlich an dieser Aktion teilzunehmen. Und jeder von ihnen nimmt das bevorstehende Spiel auf die leichte Schulter. Doch mit dem, was während des Spielverlaufs passiert, damit hat nun keiner gerechnet. Und die zu lösenden Rätsel und zu überwindenden Hindernisse sind auch nicht ohne.  

Kleine Leseprobe erwünscht?

Ein Stück aus Kapitel 8 der Story "Border - Niemand entkommt dem Spiel":


„Habt ihr euch mal die ganzen Bücher hier angeschaut?“, fragt Steven plötzlich, wobei er auf die Wand hinter sich zeigt und die Hand einmal in die Runde kreisen lässt. Dazu kommentiert er: „Ich finde es äußerst suspekt, dass der größte Teil dieser Bücher über Psychologie, Psychiatrie, Massenmörder und ... düstere Legenden handelt.“
 Stille!
 Vorhin, nachdem Huntmann verschwunden war, und die Spieler damit beschäftigt waren, die Getränke und Leckereien hier ins Wohnzimmer zu schaffen, machte Steven sich dran, die Räumlichkeiten des Hauses näher zu begutachten. Und natürlich schenkte er auch den Bücherregalen besondere Aufmerksamkeit. Bevor Steven vor zwölf Jahren für drei Jahre wegen schwerer Körperverletzung ins Gefängnis musste, hatte er mit Büchern absolut nichts zu tun. Dort aber begann sein Interesse an Lektüre – was soll man in Gefangenschaft außer Sport und Lesen auch machen -, und er verschlang so ziemlich alles, was er in die Finger bekommen konnte. Er verstand, was es bedeutet, geschriebene Worte aufzusaugen und sein eigenes Wissen zu erweitern.
M. Fernholz "Border - Niemand entkommt dem Spiel"
 Ob er das Gedankengut seiner Entdeckung hier im Haus ernst nehmen soll oder nicht, kann er sich allerdings nicht beantworten, denn er weiß ja nicht, weshalb der Gastgeber ausschließlich nur solche Lektüre liest. Jener könnte nämlich Kriminologe, Psychologe oder ähnliches sein, zumindest ein einfaches Interesse daran haben.
 Juliane schiebt den Pony ihrer langen Haare etwas zur Seite. Ängstlich schaut sie Steven anschließend an. Alle anderen starren ebenfalls zu ihm und sind still. Niemand sagt auch nur den leisesten Ton. Jeder Einzelne überlegt, lässt sich das eben Gesagte noch einmal durch den Kopf gehen, wobei alle zusammen das umschlingende Bücherregal vorsichtig und respektvoll, beinahe ehrfürchtig begutachten. Was ist, wenn an Stevens Bedenken etwas dran ist?

Das Buch "Border - Niemand entkommt dem Spiel"

Der actiongeladene Horrorthriller von M. Fernholz ist als Softcover erhältlich und umfasst 172 Seiten. Ursprünglich war der Roman als Drehbuch konzipiert, jedoch entschied sich der Autor, die Story dennoch zusätzlich in Prosaform niederzuschreiben, um auch den klassischen Leseratten an der Story teilhaben zu lassen.

Viel Spaß beim Gruseln und Erleben dieser ungewöhnlichen Geschichte mit den verschiedenen Charakteren, die bezüglich des Spiels aus unterschiedlichsten Motivationen heraus zum Handeln gezwungen sind. Aber lesen Sie selbst: Border - Niemand entkommt dem Spiel